Jugoslawien – familienbande

Jugoslawien – familienbande

Papi, Mami und ich fuhren in Urlaub. Mit dem Auto nach Jugoslawien und ich war irgendwo zwischen 3 und 4. Eher 3 ¼ . Ich erinnere mich an einen Hafen mit Fischerbooten; ein flaches Gebäude. Wir gingen einen Flur entlang und das letzte Zimmer Links war unseres. 1 ½ Zimmer. Das kleinere war für mich und ein Schminktisch stand auch drinnen. Vor den Fenstern waren kleine bunte, kurze Vorhänge und Gitter. Ausblick zum Kai.  Ich war aufgeregt, freute mich und fand alles schön. Tobte gleich auf dem Doppelbett meiner Eltern rum. Diese hatten ganz andere Pläne: Räumten Koffer aus, zogen sich um und sagten mir, dass sie gleich wieder kämen. Wie wiederkommen?? Ja ich sollte warten und im Zimmer bleiben. Die Welt ging unter …. Freude verflogen. Die beiden gingen und schließen die Tür hinter sich ab! Das war so gemein!! Das konnte ich nicht glauben. Gitter vor den Fenstern und Tür abgeschlossen. Sie haben mir nicht vertraut. Das war wohl das allerschlimmste. Ich wurde noch wütender und tobte, schrie, keiner (er) hörte mich. Ich war ausser mir, stieb durch die 2 Räume, schmiss alles um. Nahm Mamis Lippenstift, beschmierte den Spiegel .. Heulte mich in Schlaf.  Als meine Eltern zurück kamen trugen sie mich in mein Bett. Am nächsten Morgen wollten sie wissen warum ich das getan habe. Ich sagte: weil ihr mich alleine gelassen habt und abgeschlossen habt.Ich habe mich wie im Gefängnis gefühlt mit den Gittern vor den Fenstern.  Es gab nicht wirklich Schimpfe, eher betroffene Gesichter.

Papi ging schon mal mit mir Frühstücken. Mami wollte nachkommen.  Papi hatte ich auf den Arm genommen trug mich den Flur entlang. Er öffnete eine Tür, lies mich runter und wir standen auf einem Podest mit Tischen, Stühlen und einem Geländer drum rum. Papi nahm mich wieder auf den Arm und wir gingen einige Stufen hinunter zu ein Theke. Hinter dieser Theke war eine Küche. Neben der Theke eine Tür zum Kai. Immer noch schmiegte ich mich an meinem Papi und war dankbar dass er nicht geschimpft hat.

Eine Frau, die meine Oma hätte sein können kam hinter der Theke hervor und begrüßte uns. Wow, ich wollte sofort zu ihr auf den Arm und zappelte rum. Mein Papi ließ mich los und sie hielt die Arme offen. Schwupp war ich drüben bei ihr auf dem Arm und herzte sie ohne Ende. Ich sagte zu ihr: Ich kenne Dich. Sie lachte, hatte Tränen in den Augen. Ich musste wieder zurück auf meines Vaters Arm. Auch ihm sagte ich:  ich kenne die Frau. Er lachte und wir gingen zum Kai. (Keiner glaubte mir, wie so oft in meinem Leben und ich hatte doch recht – doch davon später) .

Als wir um die Ecke vom Haus gingen, hatte dort grosse Fischerboote angelegt. 2 davon hatten ein Kran. An dem Kran hing ein grosser Fisch Kopf über dem Asphalt. Mein Papi sagte ganz stolz: Schau mal, das ist ein Hai, die haben einen Hai gefangen. Ist das nicht schön?… Schon fing ich an zu heulen und konnte nicht mehr hinsehen. Wie kann man stolz darauf sein einen so grossen Fisch gefangen zu haben und dort aufgehängt zu sehen. Ich fand das wirklich traurig und weinte. Mein Vater verstand das nicht, versuchte mich zu überzeugen von dem Prachtexemplar. Nachdem er jedoch gemerkt hatte, dass ich mich nicht mehr umdrehte, ging er mit mir zurück und wir konnten endlich mit Mami frühstücken.

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Diese Begebenheit hab ich nie vergessen. Eingebrannt in meinem timetrack wie so vieles.

ca. 30 Jahre später war ich reif, reif für die ganze Geschichte:

Ich war da schon einmal, in dem vorherigen Leben. die o.g. Oma war meine Mutter. Sie lebte noch, wie auch andere Familienmitglieder. Ich wurde erstochen und besuchte in diesem Leben mit meinen Eltern den noch lebenden Clan.

Hinter dem Tresen ging es zu Küche. 3 Seiten mit Fenstern, in einer war eine Tür zum Kai. In der Mitte stand ein grosser Tisch, an welchem die Mahlzeiten zubereitet wurden. Ich war jung, um die 18 und hatte einen Liebhaber. Ein Freund meines Bruders. Wir schmusten und küssten uns in der Küche, da wir grad alleine waren. Unglücklicher Weise erwischte und mein Bruder und das Theater war gross. Ich rannte um den Küchentisch, stolperte, konnte mich noch halten und mein Bruder erstach mich mit 2 Stichen. Da lag ich am Küchenboden  und blutete bis ich den Körper verliess. Meine Mutter schrie und weinte……. Ich konnte sie nicht trösten. Keiner nahm mich mehr wahr. ….

Die nächste, jetzige Inkarnation erlaubte mir mich von meiner Mama zu verabschieden. Ob Sie damals jemals auf die Idee gekommen ist, wen sie auf dem Arm hatte??? – Habe sogar die Vermutung, dass ich ihr in diesem Leben schon wieder begegnet bin – eine liebe, junge Nachbarin von mir, aus Jugoslawien, zu der ich auch eine besondere Beziehung hatte, auch zu ihren kleinen Kindern…… Hätten meine damaligen Geschwister sein können von der Energie her. 

Ob das nun so ist, die Begegnung mit meiner Nachbarin oder nicht, sei dahin gestellt. Alles andere jedoch sind wahre Begebenheiten.

Danke, dass sich der Schleier des Vergessens soweit geliftet hat.